Tombak - persische Trommel Joss Turnbull, percussionist Raed Koshaba, Bagdad/Aachen, Aoud solist Raed Koshaba & Joss Turnbull in concert

Konzerttips

  • CD Präsentation

    Ein Musikalischer Blumenstrauß

    So. 6. Juni,2010, 11:15 Uhr - Kunstpalais Badenweiler

    Lee Santana, Lauten
    Hille Perl, Viola da Gamba
    Petra Müllejans,Violine
    Karl Kaiser, Flöte



    Wir wissen nicht viel über Philipp Martin alias Philipo/Philippi Martino/Martini.

    Seine Trios wurden nach 1726 in Augsburg veröffentlicht, vermutlich zwischen 1730 und 1733. Sie sind die ersten Beispiele ausgereifter, konzertanter Lautenmusik und zählen direkt zu den besten Beispielen dieses Stiles, stehen den Kompositionen eines Ernst Gottlieb Baron oder Kohaut in nichts nach, Eine Kopie dieses Werkes befindet sich in der Mecklenburger Landesbibliothek zu Schwerin, ebenso wie ein Zeitungsausschnitt, der die Anwesenheit des Komponisten im Rostocker Schloss belegt:
    "In Rostock konzertierte am 12 Mai 1738 im Kaisersaal der Lautenist Philip Martini. Er spielte ein Concert mit Laute, Cantatae, Trio und Soli." (Rudolf Bauer, Rostocks Musikleben im 18. Jahrhundert, 1938, S. 69) Das ist so ziemlich alles, was wir an Wissen über diesen Lautenisten bislang zur Verfügung haben. Aber Musik, genau wie Mord, kommt immer raus, also, verehrte Damen und Herren, halten Sie Ihre Hüte fest, die nächste Enthüllung steht direkt bevor, eventuell mit der Veröffentlichung dieses Textes - wer weiß.

    Diese Sammlung erscheint mir als zusammengehöriger Zyklus zu funktionieren, eine sorgfältige Zusammenstellung verschiedenster Affekte, in einem bunten Blumenarrangement zusammengebunden. Jede Sonate hat ein unverwechselbares Parfum, die Abwechselung belebt den Geist. Jede Sonate enthält einen Satz, der die Würfel für das Ganze Stück wirft, das generelle Thema einführt. In fünf der Werke ist das jeweils der erste Satz (1-4 und 6) in der fünften Sonate besteht ein galanter Betrug darin, die Laterna Magica im zweiten Satz zu verstecken.
    Die Sammlung beginnt im (für Barocklaute recht ungewöhnlichen) sonnigen Land der Tonart A-Dur. Das eröffnende Vivace ist wahrhaftig lebhaft, das elegante Cantabile des Siciliano lässt uns aufhorchen, der Rest der Sonate badet in guter Laune. Die zweite Sonate besteht aus rhythmischer Vitalität, virtuosen Dialogen zwischen der Violine und der Laute, gefolgt von einem brennenden Ballo und einem gegenrhythmischen Siciliano - zur Beruhigung folgen die Schlussmenuette. Das dritte Trio ist von gedankenvoller Melancholie durchsetzt, die Tonart c-moll klingt sowohl in der Flöte als auch der Laute eher gedeckt und dunkel. Das Andante nimmt uns mit in ein 'kind of blue', gefolgt von einer Aria in milder Traurigkeit. Die Menuette berichten über die Geschichte hinter den Gefühlen, das zweite erinnert an glücklichere Tage, während das erste gerade dadurch bei seiner Wiederkehr sehr lamentös anmutet.
    Der letzte Satz versucht, dem Unglück zu entkommen und bereitet uns auf die Ankunft von Trio IV vor. Diese Sonate hat äuß:erste Verspieltheit zum Thema, das Capriccio rennt durch Frühlingswiesen, die Laute verbindet sich perfekt mit der Flöte durch den einfachen Trick, die Flötenstimme unter der subtilen Laute laufen zu lassen. Das folgende Scherzo ist in der Tat recht witzig, die Menuette so unschuldig wie Kaninchen im Mai. Der letzte Satz ist ein Abtanz des Harlequins - so dass das allerletzte was man nun erwarten würde:
    das Trio V ist, die Trumpfkarte des Decks: angefangen mit einer Preambel anstelle erwarteten Hauptsatzes. Ein eher obskures Gefühl, so wie jemand, der durchs Dunkel tappt im Bemühen, nirgends anzustoßen, nur ja nicht entdeckt zu werden; gefolgt vom wahren Hauptsatz: eine gefährliche Begegnung mit dem Vivace: fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Menuett I taucht wieder in die Dunkelheit ein und lässt das zweite Menuett die Wunden verbinden. Die abschließende Arietta reflektiert die ganze traumatische Geschichte in expressiver Rhetorik, in theatralischem Ausruf oder erregtem Flüstern.
    Die Sammlung wird mit einer weiteren Überraschung beendet: das sechste Trio ist kein triumphales Finale sondern eher eine Geschichte über vergangene Liebe: die Allemande ein warmes Werben und das klagende Sehnen zwischen Liebenden, danach die Schlafzimmerszene in Form der Menuette. Das Arioso beendet die Sonate und den Zyklus mit einem nostalgischen Lamento über die Vergänglichkeit, à la recherche du temps perdu...
    Ich hoffe, daß Ihnen die kleinen Meissener Pozellanfigurinen gefallen, so wie wir sie genießen. Zunächst erscheinen sie vielleicht ein klein wenig dekadent, aber wenn man sich in ihnen verliert, dann wachsen sie, man begreift, dass es hier um reale Gefühle und Regungen von echten Menschen in einem exquisiten Zeitalter der Leidenschaften geht.

    Lee Santana - White Room in Winkelsett - 23. Mai 2009
    Lee Santana

  • Kulturen der Welt - Arabien
    Adel Salameh, Aoud & Adel Shams El Din, Perkussion
    in der langen Paus arabisches Essen


    31.7.2010, 19 Uhr - Kunstpalais Badenweiler


    Kartenvorbestellung unbedingt erforderlich!!
    -->> ++49 76 32 82 32 40 ( Cafe Artig im Kunstpalais )



    Adel Salameh geboren in Nablus, Palestina studierte bei dem irakischen Aoud Meister M'utaz Bayati. Schon bevor er 1990 nach Europa emmigrierte begann er in der arabischen Heimat seine Solokarriere. Von Europa aus startete er dann seine internationale Karriere die ihn unter anderem nach Japan, Australien, New Zealand, Südkorea, Malaysia,Singapore, Hong Kong, Südafrika, insgesamt in über 50 Länder weltweit führte.

    Adel Salameh ist ebenso ein gefragter Lehrer für die Aoud und im Rahmen dieser Veranstaltung besteht auch die Gelegenheit Unterricht zu nehmen. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter folgender Nummer: ++49 76 32-82 86 95 oder senden Sie eine Anfrage per Mail an aoud(-at-)music-strings.de

    Begleitet wird Adel Salameh in diesem Konzert von dem ägyptischen Perkussionisten Adel Shams El Din, der nach langem USA Aufenthalt nun in Frankreich lebt. Adel Schams El Din ist Spezialist für die Riqq, die ägyptische Rahmentrommel mit Schellen, und setzt hierauf eine besondere, nahezu in Vergessenheit geratene Technik ein.

    Im Konzert hören Sie Kompositionen von Adel Salameh welche auf traditioneller arabischer Musik basieren.



  • Mohammed Abozekry Trio - Lyon


    2.5.2010, 11:15 Uhr - Kunstpalais Badenweiler


    geboren in Cairo 1971 ist Mohammed Abozekry

    seit 2007 nunmehr der jüngste Professor für die Aoud ( Oud, Ud - die arabische Laute ) in der arabischen Welt. Gerade einmal 15 Jahre alt erlangte er das Solistendiplom mit höchster Auszeichnung im Haus der Oud ( Beit Al Oud ) in Cairo, als Schüler des irakische Aoud Meisters und Virtuosen Naseer Shamma.

    Als Komponist und Interpret beherrscht Mohammed das musikalische Repertoire Egyptens, das der klassischen und zeitgenössischen arabischen Musik, genauso aber auch die Musikstile aus dem Irak und der Türkei. Im August 2009 wurde er dann 1. Preisträger beim Wettbewerb für Aoud und Buzuk in Damascus. Mittlerweile ist er 18 Jahre und studiert Musik an der Universität Lyon. Seit 2004 begleitet er auch seinen Lehrer Naseer Shamma bei Konzerten in Egypten sowie im mittleren Orient.

    Mittlerweile hat er auch begonnen seinen eigenen Stil zu entwickeln, eine Mischung aus Jazz, Blues und Elementen, denen er in seinen Begegnungen mit Musikern aus verschiedenen Bereichen begegnet ist, so z.B. der Begegnung mit dem Gitarristen Guillaume Hogan, den er ebenso wie den Perkussionisten David Bruley zum Konzert mitbringt.