Ein Auftrag brachte mich zu diesem Modell. Ausgangspunkt für diesen Auftrag war die Erfordernis Ensemble Musik von
Vallet zu spielen, welche eindeutig die Verwendung einer 10-chörigen Renaissance Diskantlaute erfordert. Da es leider
nun kein erhaltenes Instrument dieses Typs gab, mußte ich ein neues altes Instrument konzipieren. Die Vorgaben die
erfüllt werden mussten waren:
--> 10 Chöre
--> Stimmung in d'' was eine Mensur von 44cm erforderte
--> längere Bässe
--> ausreichende Deckenbreite zur Aufnahme eines Steges mit 10 Chören
Es fand sich leider kein passendes Instrument, mit dem sich alle diese Anforderungen realisieren lassen konnten. Aus diesem Grunde entwickelte ich deshalb für dieses Modell ein eigenes Instrument. Ausgangsbasis bildete hierfür ein sehr kleiner Archiliuto von Matteo Sellas welcher in Leipzig im Musikinstrumentenmuseum aufbewahrt ist. Der Korpus dieses Instrumentes erwies sich als am besten geeignet.
Um bei dieser kleinen Mensur 10 Chöre realisieren zu können, war es erforderlich in den Bässen eine längere
Mensur zu haben, um bei der ohnehin nicht schon sehr kurzen Mensur nicht auch noch so dicke Basssaiten zu bekommen,
die dann klanglich nicht mehr sehr viel hergeben würden. Hier bot sich dann die sogenannte holländische Bauweise eines
Wirbelkastens an. Bei dieser Bauweise werden 3 - 4 Chöre in einem auf in einer Ebene mit dem Griffbrett weiterlaufenden
Wirbelkasten befestigt.
Die Mensuren steigen somit kontinuierlich von Chor zu Chor um 4 - 5 cm an, was ausreichend ist
um ab dem 7. Chor gleichbleibende Saitenstärken verwenden zu können. Der 2. Wirbelkasten für die Bässe wurde somit nach
einem Lautenmodell von Andreas Mest gestaltet.
Dieses Instrument ist derzeit im Besitz von Lee Santana, und wird von ihm häufig in Konzerten eingesetzt.
Im Einzelnen hat dieses Instrument folgende Merkmale: